STORCHENDORF SCHIERSTEIN
"Ab Ende Februar sind sie aus Süden kommend bei uns eingetroffen — ein Storch nach dem anderen. So viele, daß die angebotenen Brutplätze schon lange nicht mehr ausreichen. Aber Störche sind erfindungsreich und anpassungsfähig.
So brüten erstmalig auf den mittleren Querstrebungen von Hochspannungsmast 18 zwei neue Storchenpaare. Mit den vier Brutpaaren auf den Traversen also insgesamt sechs Paare. Auch auf dem Flachdach des ehemaligen Laborgebäudes von ESWE und einer nahestehenden beschnittenen Platane haben sich je ein Storchenpaar ein Nest gebaut. Insgesamt sind es 22 Brutpaare, die sich in diesem Jahr in Schierstein niedergelassen haben. Während die ersten Jungstörche schon so groß sind, daß sie am 5. Juni beringt werden konnten, liegen in den Horsten der Spätankömmlinge noch Eier. Von einigen der beringten Altstörche wissen wir bereits Näheres. So beherbergt das ESWE-Wasserwerksgelände Störche aus Deutschland, Holland, Frankreich und der Schweiz. Auch einen Jungstorch von 2001 können wir als Brutvogel ablesen. Dies ist deshalb so erstaunlich, weil die Fachliteratur das Brutalter der Störche erst für dreijährige bestätigt. Da wir bei allen Nestern erstmalig in diesem Jahr keine Horstkontrolle vorgenommen haben, können wir noch nicht sagen, wieviel Nachwuchs das Jahr 2003 bringen wird.
Daß nicht immer alles glatt geht, zeigt sich leider in Horst 3. Dieses Nest, mittels Kamera für uns immer einsehbar, ist ohne Jungstörche. Alle fünf Jungtiere sind plötzlich verschwunden und da es bei den Störchen keine Nachbrut gibt, bleiben die Eltern in diesem Jahr ohne Nachwuchs."
Ab 26. Juli beteiligt sich die Storchengemeinschaft Wiesbaden-Schierstein e. V. mit Bildern und Exponaten an der Ausstellung "50 Jahre Ortsring Schierstein", die im Heimatmuseum zu sehen ist.
Quelle Schiersteiner Leben: Zitat Storchengemeinschaft Wiesbaden-Schierstein e. V.
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Im Jahr 2004 brüten 27 Paare auf dem Gelände von ESWE Versorgung. Die vorbereiteten Horste reichen bei weitem nicht aus. Doch Störche sind schlau und erfindungsreich. So bauen sie ein Nest auf auf dem Dach des Rheinwasser-Aufbereitungswerkes. Es ist so haarscharf am Dach angebracht, dass es abzustürzen droht. Die Zweige müssen zurück geschnitten werden, damit die drei Jungen ungefährdet heranwachsen und beringt werden können.
Auf dem Hochspannungsmast im Gelände werden 7 Horste gebaut (vier auf den Auslegern, die anderen in den Zwischengestängen). Auch ein ausgedienter Jagdhochsitz wird als Brutplatz erkoren. Vier Junge erblicken dort das Licht der Welt. Zwei abgeschnittene Platanen halten als Brutunterlage her. In einem ehemaligen Reiherhorst werden vier Junge groß gezogen. Ein Kugelahorn dient als Nest.
2004 werden insgesamt 59 Jungstörche beringt. Die Beringung gibt später einmal Aufschluss über Zug- und Brutverhalten der Tiere. Die Beringung selbst ist eine harmlose Prozedur. Naht sich der Beringer dem Horst, verlassen die Altvögel das Nest und die Jungen stellen sich tot. Nun braucht der Beringer nur noch den Ständer des Jungvogels zu ergreifen, den gut ablesbaren Plastikring um ihn herumlegen, ihn mit einer Zange fixieren – und ein Storchenleben lang wird der Ring anzeigen, wohin der Vogel fliegt, wo er brütet oder wo er auch auf dem gefahrvollen Zug in die Überwinterungsgebiete unter Umständen sein Leben lässt.
Seit der Wiederansiedlung des Weißstorches in Wiesbaden-Schierstein haben über 600 Jungstörche Schierstein verlassen. Viele von ihnen brüten inzwischen an anderen Plätzen im In- und Ausland.
Das ESWE-Wasserwerksgelände Schierstein beherbergt Störche aus verschiedenen Gebieten Deutschlands, der Schweiz, Frankreich und Holland. (Quelle: Schaukasten am Hafen)
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